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VerfĂĽhrungsakademie

Wissenschaftliche Fundierung - Bereich Psychologie


Einleitung

Mechanismen, die in der Partnersuche und Partnerfindung eine Rolle spielen, stehen seit langer Zeit im Interesse der Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen, insbesondere, da eine glĂĽckliche Beziehung als ein wesentlicher Faktor fĂĽr psychische und physische Gesundheit erkannt wurde, siehe auch den Artikel:  LebensglĂĽck und Partnerschaft.

Die Faktoren, welche das Verhalten in der Partnerschaft und der Partnerschaftssuche beeinflussen können sind sehr vielfältig. Die Kultur in der die Sozialisation erfolgt (Upchurch et al., 2002), das Vorhandensein von Geschlechterrollenvorbildern in der Kindheit und der Adoleszenz, die sowohl der Identifikation mit dem eigenen Geschlecht, als auch dem Erlernen mit dem anderen Geschlecht umzugehen, dienen (Ballnik und Wassertheurer, 2006; Petri, 1999; Schleidt, 1997), können hier als Beispiele genannt werden. Aber auch psychologische Effekte, wie Schüchternheit und Angst vor sozialen Interaktionen (Sozialphobie), können zu Problemen in der Partnerschaftssuche führen (Leary und Kowalsky, 1995).

Obwohl es diverse Faktoren gibt, die sich negativ auf eine erfolgreiche Partnerschaftssuche auswirken können, seien sie in der Sozialisation oder in Form von psychischen Unsicherheiten verankert, können diese durch aktives Training und durch eine aktive Auseinandersetzung modifiziert und durchbrochen werden. Die Verführungsakademie hat sich zum Ziel gesetzt diese Form der Unterstützung zu bieten.


Coaching in der VerfĂĽhrungsakademie

Studien belegen, dass durch professionelles Coaching, das eben jene aktive Auseinandersetzung mit zugrunde liegenden Problemen aufweist, zu einer Verbesserung der Lebenssituation führt (Bowles und Picano, 2006). Ein wesentlicher Bestandteil der Coachingarbeit in den Praxiskursen der Verführungsakademie stellen Methoden aus der Verhaltenstherapie dar. Hierbei wird davon ausgegangen, dass Verhaltensweisen und Schemata erlernt werden und sich mit der Zeit im täglichen Agitieren manifestieren und quasi programmmäßig ablaufen (Stangl, 2008). Durch positive und negative Verstärkung wird im Therapieverlauf an einem Durchbrechen konditionierter Verhaltensketten gearbeitet. Nachdem erörtert wurde welche Verhaltensfunktionen sich negativ auf das tägliche Leben auswirken, wird an einem Aufbau neuer Verhaltensweisen gearbeitet und ein Selbstsicherheitsprogramm durchgeführt. Durch derartige verhaltenstherapeutische Maßnahmen werden gute Erfolge erzielt und führen zu einer der Verbesserung der Lebenssituation (Grawe, 1994).

Essentiell für das Erzielen nachhaltiger Erfolge ist die Kombination des Erörterns der Unsicherheitsquelle mit einem praktischen Ansatz, also eine Konfrontation mit der Angstsituation (Morschitzky, 1998), welcher auch im Programm der Verführungsakademie eine ausschlaggebende Rolle einnimmt. Praktische Konfrontation (Konfrontationstherapie) kombiniert mit Umstrukturierungsprozessen, also dem Abändern erlernter Verhaltensprogramme, hat sich als besonders effektiv erwiesen und zeigte gute Langzeiteffekte (Mattick et al., 1989).

Ein wichtiges „Werkzeug“ der Verhaltenstherapie stellt die systematische Desensibilisierung dar (Wolpe, 1977), siehe auch den Artikel:  
Systematische Desensibilisierung. Angstzustände können sich mit der Zeit erweitern und manifestieren sich so weitgreifend. Es wird davon ausgegangen, dass eine so genannte Reizhierarchie beim Entstehen derartiger Unsicherheits- und Angstzustände besteht. Ein ursprüngliches Erlebnis, das als unangenehm empfunden wurde, kann zur Entwicklung von Unsicherheit und Angst führen und sich in weiterer Folge auf „verwandte“ Situationen ausweiten. Es kann also sein, dass ein Erlebnis, beispielsweise beim Versuch eine Frau anzusprechen, sich soweit negativ festsetzt, dass es in weiterer Folge zu einer generellen Unsicherheit und Angst im Umgang mit Frauen führen kann. Ziel verhaltenstherapeutischer Methodik ist es, durch ein schrittweises, praktisches Heranführen an die ursprüngliche „Angstsituation“ und das Herstellen positiver Assoziationen (Erfolgserlebnisse, Entspannung) zu einem Abbau und Entproblematisierung der Situation zu führen.


Dauer der VerfĂĽhrungsakademie

Der „gendertypische“ Umgang mit dem anderen Geschlecht wird schon früh in der Kindheit durch Rollenvorbilder gleichen Geschlechts erlernt (vgl. Fthenakis, 1988; Robin, 1979; Thomas, 1980). Daher ist ein Abändern von Verhaltensprogrammen, die sich schon vor langem automatisierten, ein zeitintensiver Prozess, der sich erst nach einiger Zeit manifestiert. Um tragfähige Veränderungen bewirken zu können, ist eine entsprechende Dauer des Programms essentiell. Aus diesem Grund wurde die Dauer der Verführungsakademie auf 12 Monate gesetzt. So können die Verhaltensmodi, welche über viele Jahre oder Jahrzehnte hinweg aufgebaut wurden verändert werden.

Gleichzeitig kommt es auch zu langfristigen Veränderungen der Beziehungsmuster mit Frauen und es kann durch die prolongierte Dauer – im Vergleich zu anderen Programmen –eine fundierte Vertrauensbasis zu den Coaches aufgebaut werden. Dieser letztgenannte Punkt ist essentiell, da sehr persönliche Befindlichkeiten und Thematiken behandelt werden, die „Verletzungspotential“ in sich bergen.  Die Beziehung bedarf somit Offenheit und Ehrlichkeit, um tatsächlich Erfolge zu erzielen und letztlich zu einer langfristigen Verbesserung der Lebenssituation zu fĂĽhren.


Online Betreuung der VerfĂĽhrungsakademie

Die VerfĂĽhrungsakademie bietet eine Betreuung ĂĽber das Internet an. Eine Studie, die von der Universität Göttingen im Rahmen des Theratalk-Projekts durchgefĂĽhrt wurde, zeigte, dass die so genannte e-Therapy bessere Erfolge erzielen kann, als vergleichbare Kurzzeittherapien (Stangl, 2008). In den USA ist die Therapie ĂĽber das Internet längst etabliert und wird von vielen Psychologen angeboten. Durch die e-Therapy können mögliche Blockaden und Unsicherheiten, die im persönlichen Kontakt auftreten können, ausgeschaltet und umgangen werden. Der Austausch und die Kommunikation ĂĽber das Internet haben sich also als therapeutisch ebenso wertvoll erwiesen, wie traditionelle Therapieangebote (Stangl, 2008).   
 

 

Literaturverzeichnis:

Ballnik, Peter, Wassertheurer, Peter, (2006). 1. Österreichischer Männerbericht. Wien: BMSG.

Bowles, S.V., Picano, J.J. (2006). Dimensions of Coaching Related to Productivity and Quality of Life. Consulting Psychology Journal: Practice and Research. pp. 232 – 239.
Leary, M.R., Kowalski, R.M. (1995). Social anxiety. New York: Guilford Press.

Fthenakis, W.E. (1988). Väter. Band 1: Zur Psychologie der Vater – Kind – Beziehung. München: Urban & Schwarzenberg.

Grawe, K., Donati, R., Bernauer, F. (1994). Psychotherapie im Wandel- Von der Konfession zur Profession. Göttingen: Hogrefe.

Mattick, R.P., Peters, L., Clarke, J.C. (1989). Exposure and Cognitive Restructuring in Social Phobia: A Controlled Study. Behavior Therapy, 20: 3 - 23.

Morschitzky, Hans (1998). Angststörungen. Berlin: Springer.

Petri, Horst (1999). Das Drama der Vaterentbehrung. Chaos der Gefühle – Kräfte der Heilung. Freiburg: Herder.

Robin, M.W. (1979). Life without father: a review of the literature. In: International Journal of Group Tensions. Vol. 1- 4, p. 169 – 194.

Schleidt, Margret (1997). Die humanethologische Perspektive. Die menschliche FrĂĽhentwicklung aus ethologischer Sicht. In: Keller, H. (Hersg.). Handbuch der Kleinkindforschung. 2. ĂĽberarbeitete Auflage. Verlag Hans Huber, Bern.

Stangl, W. (2008). Verhaltenstherapie – was ist das?. Institut für Pädagogik und Psychologie. Johannes Kepler Universität Linz. http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/ Verhaltenstherapie.shtml

Stangl, W. (2008). Psychologische Beratung im Internet – die „e-Therapy“. Institut für Pädagogik und Psychologie. Johannes Kepler Universität Linz. http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/PSYCHOTHERAPIE/eTherapie.shtml.

Thomas, A. (1980). Untersuchungen zum Problem der vaterlosen Erziehung in ihrem Einfluß auf die psycho – soziale Entwicklung des Kindes. In: Psychologische Beiträge, 22, S. 27 – 48.

Upchurch, D.M., Aneshensel, C.S., Mudgal, J. and McNeely, C.S. (2002). Sociocultural contexts of time to first sex among Hispanic adolescents. Journal of Marriage and the Family. 63: 1158-1169.

Wolpe, Joseph (1977). Praxis der Verhaltenstherapie. 2. Nachdruck. Huber. Bern.


WeiterfĂĽhrende Literatur:

Beck, A.T. & Emery, G. (1981). Kognitive Therapie bei Angst und Phobien. TĂĽbingen: DGVT.

Borkovec, T.D. &Costello, E. (1993). Efficacy of applied relaxation and cognitiv-behavioral therapy in the treatment of generalized anxiety disorder. Journal of Consulting & Clinical Psychology 1993; 61; 611-619.

Bräutigam, W., Senf, W. &Kordy, H. (1990): Wirkfaktoren psychoanalytischer Therapien aus der Sicht des Heidelberger Katamnese- Projektes. In: Lang, H. (Hg.): Wirkfaktoren der Psychotherapie. Berlin: Springer.

Butler, G., Fennel, M., Robson, P. & Gelder, M. (1991). Comparison of behavior therapy and cognitive behavior therapy in the treatment of generalized anxiety diesorder. Journal of Consulting and Clinical Psychology, 59; 167-175.

Hand, I. (1993). Verhaltenstherapie bei Patienten mit Angsterkrankungen. In Möller, H.-J. (Hg.), Therapie psychiatrischer Erkrankungen. Stuttgart: Enke.

Hautzinger, Martin (Hg.) (1998). Kognitive Verhaltenstherapie bei psychischen Störungen. München: Psychologie Verlangs Union; Quintessenz.

Hoefert, H.-W., Rosemeier, H.P. & Göpfert, W. (Hg.) (1993). Angst Panik Depression. München: Psychologie Verlags Union; Quintessenz.

Krohe, Heinz W. (1996). Angst und Angstbewältigung. Stuttgart: Kohlhammer.

Morschitzky, H. (2008). Was ist eine soziale Angststörung?. Arbeitskreis Verhaltenstherapie. http://www.verhaltenstherapie.at/Ratgeber/SozialeAngstBeschreibung.htm

 
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